Blog Nepal 2017

25.05.2017

Poonhill, die Geschichte mit den Blutegeln, Chicken und Busfahren

Poonhill, die Geschichte mit den Blutegeln, Chicken und Busfahren

Poonhill - unser Treck die vergangenen Tage. Dabei machten wir unsere ersten Erfahrungen mit den Blutegeln, unser Team wuchs temporär an - willkommen Chicken und die abenteuerliche Fahrt nach Kathmandu.
Am Montagmorgen startete das Abenteuer Poonhill-Treck. Voller Vorfreude fuhren wir früh morgens mit dem Bus los. Nach ca. 2h holpriger Fahrt und einer Nudelsuppe zum Frühstück stiegen wir auf den Jeep um, der uns zum Ausgangspunkt brachte.
Nun gut, schnell stellten wir fest, dass die Kombination von Treppen, der bepackte Rucksack und die eher tropische Wärme uns den Aufstieg nicht gerade leicht machen würden. Was uns das Weiterkommen zudem  erschwerte, waren die saugfreudigen Blutegel, welchen einigen aus dem Team etwas zu schaffen machten. Mit verpflasterten Füssen und einigen blutverschmierten Socken kamen wir nach ca. 2500 Treppenstufen im Kinderheim in Ulleri an, welches auch zu Himalayan Life gehört. Dort erhielten wir einen guten Tee und erfuhren Spannendes über die Arbeit mit den sich selbst überlassenen Kindern dieser Bergregion, bevor die „Treppensteigerei“ weiter ging.
Nur einige Minuten nach dem wir müde und ausgepowert in unserer Lodge angekommen waren begann es wiedermal wie aus Kübeln zu regnen - uns egal. Wir setzten uns um den eingefeuerten Ofen, erzählten uns allerhand lustige Geschichten und warteten freudig auf unser Daal Badh.
Um 20.00 Uhr waren allesamt im Bett, was nicht nur mit den ca. 5000 begangenen Treppenstufen zu tun hatte, sondern auch mit der Tatsache, dass wir am Morgen um 03.15 unsere Federn wieder verlassen würden, um den Sonnenaufgang nicht zu verpassen.
Das Treppensteigen ging quasi mitten in der Nacht wieder los, doch wurden wir bereits bei Dämmerung mit der wunderbaren Sicht auf das Annapurnamassiv belohnt. Der Aufstieg bis zum Poonhill, war wohl für alle etwas zäh. Die Höhe machte einigen zu schaffen, Herzrasen, Übelkeit und Erschöpfung machten sich bemerkbar. Jedoch schafften wir es alle, dank einer Teamleistung (danke den Rucksackträgern und Pacemakern) vor Sonnenaufgang bis nach ganz oben. Die atemberaubende Aussicht auf die Annapurnakette, den Dhaulargiri (der drittgrösste Berg der Welt), den Machhapuchhre usw liessen die Strapazen vom Aufstieg schnell etwas vergessen.
Irgendwo unterwegs wuchs unser Team an - Chicken, der „Annapurna-Hund“, gesellte sich zu uns und folgte uns die folgenden zwei Tage auf Schritt und Tritt.
Mit zittrigen Knien vom Abstieg sassen wir nun bei einem guten Frühstück und stärkten uns für den nächsten steilen Aufstieg. So ging es stetig auf und ab, zu unserer Freude nahmen die steilen Aufstiege ab, jedoch die meisten Knie erfreuten sich nicht so sehr über die doch oft sportlichen Abstiege hart an der Grenze des Kletterns. Zum Mittagessen bestellte uns Dani Kartoffeln. So sassen wir alle vor einem gut gefüllten Teller, mit ca. acht Kartoffeln und träumten von Schweizer Käse und Salat. Dabei konnten wir im nächsten Felsen Affen beobachten, wie einer nach dem anderen um die Ecke kam. Als der Kuhn-Clan in jugendlich leichtmütiger Manier die glorreiche Idee hatte, die Affen mit Hilfe der Wildermuthschen Drohne mit einer Kartoffel zum Zvieri zu beglücken, machte sich das Rudel (oder wie heisst das bei Affen?) halsbrecherisch quer durch die Felswand aus dem Staub…

Weiter ging’s nun, runter zum Bach und wieder hoch, bewaffnet mit unseren selbst geschnitzten Stöcken, begleitet von Chicken, mit Musik und Gesang (wir haben wohl das ganze Repertoir an Schweizer Liedern durchgesungen..) hielten wir uns bei Laune. Müde, doch glücklich, kamen wir bei unserer Lodge an - und auch diesmal öffneten sich exakt in dem Moment als alle angekommen waren die Schleusen des Himmels!
Den Abend vertrieben wir uns mit „Meier“ spielen (da zeigte sich, wer am besten Schwindeln kann), Schlafen und Tee trinken.
Gut (einige besser als andere) ausgeschlafen nahmen wir den letzten Abstieg unter die Füsse. Bevor uns der Jeep aufgabelte, tranken wir einen Tee (und vermiesten einem französischen Pärchen das romantische Frühstück…), assen in einer Bäckerei einen superleckeren Apfel-Zimt-Kuchen und genossen ein letztes Mal die gigantische Aussicht.
Nun holperten wir mit den Jeeps ins Tal, danach weiter mit dem Bus Richtung Pokhara - Kanthmandu.
Die gut 200km legten wir in 8h zurück, schlafen (und versuchen dabei nicht fotografiert zu werden...), spielen, „plöiderle“ und doch ab und mal tief durchatmen war angesagt (Stööö, der eigentliche Co-Pilot und Schattenfahrer, fasste das Nepali-Verkehrssystem wie folgt zusammen:
1x Hupen: ich fahre hinter dir und möchte überholen; 2x Hupen: Ich setzte gleich zum Überholen an; 3x Hupen: Geh zur Seite, ich überhole; 4x Hupen: Warum gehst du nicht richtig zur Seite!?! Dauerhupe: Es wird wahrscheinlich nicht reichen, ich versuch’s trotzdem).
Zu etwas vorgerückter Stunde, nach einigen (in Schweizer Augen) kriminellen Überholmanövern und einem saftigen Stau sind wir gesund und glücklich in Kathmandu im Hotel angekommen.
Ach übrigens: Chicken hat uns irgendwann wieder verlassen, er wird wohl mit den nächsten „Trekkern“ wieder zurück in seine Heimat wandern. Einige Teammitglieder werden an diesem Verlust wohl noch einige Tage zu kauen haben, rechneten sie doch insgeheim damit, dass Chicken uns bis nach Kathmandu und vielleicht gar nach Yangri begleiten würde…
 
Morgen geht’s dann für das Team weiter nach Yangri, wo wir mithelfen werden, den Sportplatz der nach den Erdbeben neu aufgebauten Regionalschule aufzubauen.

25.05.2017 18:06:49 | Bloger Floorball4all

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